Was ist Hochsensibilität?
Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Der Begriff wurde in den 1990er-Jahren von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron geprägt. Circa 30 Prozent der Menschen sind hochsensibel. Du bist also in guter Gesellschaft.
Was bedeutet das konkret?
Unser Nervensystem nimmt mehr wahr und verarbeitet es tiefer. Wo andere vieles automatisch ausblenden, lassen wir mehr herein: die Musik im Café, das Gespräch am Nebentisch, die Spannung zwischen zwei Menschen, das Licht im Raum.
Und alles wird gründlich eingeordnet und mit dem verknüpft, was wir schon wissen, wie eine innere Mindmap. Deshalb brauchen wir manchmal länger für Entscheidungen. Wir haben schlicht mehr Informationen ausgewertet.
Was uns herausfordern kann
- Überreizung: Wenn dauernd viel auf uns einströmt, gerät unser Nervensystem in den Dauerstress.
- Das Gefühl, weniger belastbar zu sein: Wir brauchen mehr Zeit und mehr Pausen. Nach einem langen Städtetrip mit Freundinnen fehlt abends oft die Kraft für den nächsten Programmpunkt, und wir fragen uns, was mit uns nicht stimmt.
- Das Gefühl, anders zu sein: Viele von uns kennen Sätze wie „Sei doch nicht so sensibel!“ schon aus der Kindheit. Wir lernen, unserer eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen.
- Überanpassung: Wir stellen die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen oder ziehen uns zurück, um uns zu schützen.
- Selbstzweifel: Manche von uns halten ihre Erfolge für Zufall und fürchten, dass irgendwann jemand merkt, „dass sie gar nichts können“. Dieses Gefühl nennt man Hochstapler-Syndrom.
Was in uns steckt
Hochsensibilität ist aber vor allem eine Gabe. Viele von uns bringen mit:
- Kreativität und Wahrnehmung für Details
- Empathie für Menschen, Tiere und die Natur
- Tiefe und Ernsthaftigkeit, der andere intuitiv vertrauen
- Eine gute Intuition, weil wir zwischen den Zeilen lesen und viel Erfahrungswissen ansammeln
- Ein Gespür für das große Ganze und oft die Vision einer besseren Welt, verbunden mit der Bereitschaft, sich dafür einzusetzen
- Die Fähigkeit, das Schöne besonders intensiv zu genießen: Kunst, Musik, Düfte, Naturerlebnisse oder eine wirklich gute Rede auf einer Hochzeit
Eine Einordnung
Hochsensibilität ist keine medizinische Diagnose. Du kannst sie über einen Selbsttest einordnen, zum Beispiel auf www.sensitivityresearch.com. Für viele ist allein das schon eine Erleichterung: Ich bin nicht allein damit.
Es gibt Überschneidungen mit Autismus und ADHS. Aber die meisten Hochsensiblen sind weder autistisch noch haben sie ADHS. Wenn Du den Verdacht hast, dass mehr dahinterstecken könnte, lass Dich bitte von einer Fachperson untersuchen. Ein Selbsttest kann das nicht leisten.
Wie es weitergehen kann
Wenn wir wissen, wie wir ticken, und passende Strategien an die Hand bekommen, können wir aufhören, uns anzupassen, und anfangen, unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen und unsere Stärken zu leben.
Genau dabei begleite ich Dich.
Wenn Du neugierig bist, lade ich Dich herzlich zu einem kostenlosen Probecoaching und Kennenlernen ein. Wir schauen gemeinsam, wo Du gerade stehst und was Dir guttun würde. Unverbindlich und ganz in Deinem Tempo.
